Fachfragen bei Bedachungen.de

 
Michelmann (Gast) fragt am 18.04.2011:
 
Ich habe auf meinem Hausdach seit ca. 1980 \"Frankfurter Pfannen\" von Braas mit recht starker Bildung von Moos.Ich habe im Internet von Kupferdrahtgeflecht für die Firstkappen gelesen.Durch eine Ionisierung bei Regenfällen soll die Dachfläche sauber bleiben.Wie ist die Meinung von Fachleuten oder ist die Kupfergeschichte nur eine teure Abzocke.
 
 
  
 
1 Antwort(en), letzte am 19.04.2011:
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 19.04.2011:
 
Die Wirksamkeit ist nicht unstrittig. Nach Ansicht verschiedener Experten ist sie nicht garantiert und meist nicht allein auf das Kupfer zurückzuführen, sondern auf sein Zusammenwirken eventuell mit schwefelhaltigen Luftverunreinigungen. Diese werden aber zum Glück immer geringer. Gelegentlich wird kritisch angemerkt, dass für eine ausreichende Ionisierung Kupfer sehr großflächig aufgebracht werden müsste. Solche Kupferauswaschungen in größeren Mengen sollen aber Nutzpflanzen oder einige Tierarten schädigen, wenn das Wasser punktuell in den Boden gelangt. Andererseits ist bekannt, dass vor allem Biolandwirte Kupferverbindungen zum Pflanzenschutz einsetzen. Fraglich ist zudem, inwieweit eine ionisierende Wirkung nach Bildung der kupferüblichen Patina noch ausreichen würde. Das Deutsche Kupferinstitut jedenfalls hat seine Aussagen zum Thema Dachreinigung mit Kupfer vorerst von seiner Internetseite entfernt. Die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach empfiehlt ihrerseits die Entfernung der losen und der die Funktion beeinträchtigenden Schmutzablagerungen im Rahmen der regelmäßigen Wartung. Moos ist manchmal eher ein optisches Problem. Vor allem auf älteren, oberflächig porösen Pfannen kann es allerdings insbesondere durch seine Feuchtigkeit bindende Wirkung Schäden anrichten oder verstärken. Solche Pfannen lassen sich aber eventuell alternativ nach einer Grundreinigung durch Beschichtungen sanieren.